KI-gestützte Meldung auf Grundlage der verlinkten Originalquelle.
Wer Auszubildende gewinnen wolle, müsse dafür einiges tun, sagt Oliver Osmielak, Ausbildungsleiter der Tiemeyer Gruppe. Das Unternehmen setzt nach seinen Angaben jedes Jahr etwa 30 Messetage ein, um künftige Fachkräfte anzusprechen. Hinzu kommen Besuche in Schulen und Berufsschulen. Ende September war Osmielak außerdem bei der Berufsorientierungsmesse BOM am Riesei in Werdohl, um dort für das Handwerk zu werben.
Am Stand im Foyer zeigten viele Jugendliche Interesse. Osmielak sieht darin eine Bestätigung, dass es im Kfz-Handwerk beliebte und weniger beliebte Ausbildungsberufe gibt. Kfz-Mechatroniker zu finden, sei bislang kein Problem. Es gebe noch genügend Bewerber, die Auswahl sei aber längst nicht mehr so groß wie früher. Seit 2003 die Berufe Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker zusammengelegt wurden, seien auch die Anforderungen an die Bewerber gestiegen.
Deutlich schwerer sei es, Nachwuchs für die Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker oder zum Fahrzeuglackierer zu finden. Beim Fahrzeuglackierer schrecke manche Jugendliche der Standort der Berufsschule ab: Nicht jeder wolle regelmäßig nach Dortmund fahren.
Für das nachlassende Interesse am Beruf des Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikers nennt Osmielak andere Gründe. Man müsse mitunter kräftig zupacken können und das auch wollen, sagt er. Gemeint sind das Heben, Tragen und Montieren schwerer Fahrzeugteile. Hinzu kommen Arbeiten über Kopf, langes Knien und häufiges Bücken.
Auch schulisch müssten die Voraussetzungen stimmen. Nötig sei mindestens ein Hauptschulabschluss. Als besonders wichtige Fächer nennt der Ausbildungsleiter Mathematik, Physik und Chemie. Beim Schweißen etwa reiche es nicht, die handwerkliche Ausführung zu beherrschen; man solle auch verstehen, was dabei genau geschieht.
Erschwerend komme hinzu, dass nicht jeder interessierte Jugendliche die nötige Motivation für eine Ausbildung im Kfz-Handwerk mitbringe. Deshalb finden laut Osmielak viele über ein Praktikum in die Betriebe. Das biete beiden Seiten Vorteile, weil man sich kennenlerne und einschätzen könne, ob es passt.
Osmielak empfiehlt Jugendlichen, mindestens eine Woche in einem Kfz-Betrieb hineinzuschnuppern, bevor sie sich für oder gegen einen der dort angebotenen Handwerksberufe entscheiden. Sie sollten einen realistischen Eindruck davon bekommen, was auf sie zukommt, auch im Arbeitsumfeld. Das sei ganz anders als in der Schule, und daran müsse sich der eine oder andere erst gewöhnen. Von den sogenannten Berufsfelderkundungstagen hält er deshalb wenig, denn nach einem einzigen Tag könne man sich kein Urteil bilden.
Dem Fachkräftemangel durch Ausbildung zu begegnen, werde künftig nicht einfacher, ist sich Osmielak sicher. Inzwischen hätten selbst die ganz großen Unternehmen der Branche Schwierigkeiten, alle Ausbildungsplätze zu besetzen.
Die Tiemeyer Gruppe zählt zu den größten Automobilhandelsgruppen Deutschlands und hat ihren Hauptsitz im Ruhrgebiet. Nach eigenen Angaben beschäftigt sie rund 2100 Mitarbeiter an 46 Standorten in 21 Städten, darunter Werdohl, Plettenberg, Lüdenscheid und Finnentrop. Das Unternehmen bietet Werkstatt- und Serviceleistungen für verschiedene Automarken an und bildet seit vielen Jahren regelmäßig in handwerklichen und kaufmännischen Berufen aus.
